Palliativforum der ACD

Der Träger des Klosterstifts Radermecher, die ACD - Aachener Caritasdienste gGmbH, lädt für Mittwoch, 11. Oktober, zum diesjährigen Palliativforum unter dem Titel "Palliative Lebenskultur - Prozess und Versorgung" in des Westend-Pavillon des Altenheims St. Elisabeth, Welkenrather Straße 69-71 in Aachen ein.

Ulrike Claßen, Leiterin des Erkelenzer Hospizes, sowie Frau Gerda Graf, Expertin für Palliative Care und Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes werden Fachvorträge zu den Themen "Alternative Methoden in der palliativen Versorgung“ und „Letzte Hilfe“ sowie "Einbeziehung von Angehörigen in den palliativen Prozess" halten.

Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr. Um Anmeldung unter 0241 / 87918-0 wird gebeten. Oder Sie nutzen das Anmeldeformular im Flyer zum Forum, der  hier heruntergeladen werden kann.

Filmteam dreht im Klosterstift Radermecher

Lächelnd geht Tanzid Ahmed im Wohnzimmer des Wohnbereichs 3 im Klosterstift Radermecher von Tisch zu Tisch. In der Hand hält er eine Glaskaraffe mit Saft, aus der er den Bewohnern des Seniorenheims, die gerade ihren Nachmittagskaffee genießen, auf Wunsch nachschenkt.
Für den Pflegehelferschüler ist dies eine ganz gewöhnliche Handlung, die zu seinen täglichen Aufgaben gehört. Doch heute Nachmittag ist alles anders, irgendwie besonders und das liegt an dem dreiköpfigen Filmteam, das wenige Schritte hinter Tanzid Ahmed steht und die Arbeit des 21-Jährigen festhält.
Für einen Dokumentarfilm ist das Aachener Regisseur-Ehepaar Miriam Pucitta und Michael Chauvistré ins Klosterstift Radermecher gekommen. Tanzid Ahmed ist einer der Protagonisten ihres neuen Films, mit dem die Filmemacher das Leben und Arbeiten junger Menschen darstellen möchten, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. „Wie kommen wir zusammen“ – so der Arbeitstitel des Films – ist Teil einer ganzen Reihe von Filmen, die die Aachener Regisseure bereits gedreht haben. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern, dem Zentrum für Kinder-, Jugend- & Familienhilfe Maria im Tann, dem Internationalen Zeitungsmuseum Aachen, der Nadelfabrik Fachbereich Soziales und Integration sowie der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, sind mittlerweile vier Filme entstanden, der fünfte „Wie kommen wir zusammen“ soll im Januar 2017 Premiere feiern.
Schon beim ersten Werk „Wie geht Deutschland“ aus dem Jahr 2014 war Tanzid Ahmed dabei. Die Filme zeigen das Ankommen in Deutschland, die Entwicklung, die die jungen Menschen nehmen, erzählen von ihrer Flucht, ihren Sorgen und Ängsten, ihren Wünschen und Hoffnungen.
Tanzid Ahmed kommt ursprünglich aus Bangladesch. Doch sein Heimatland musste er 2012 aus politischen Gründen verlassen. Völlig allein hat sich der damals 17-Jährige auf den Weg gemacht, ohne spezielles Ziel, ohne zu wissen, was mit ihm passieren wird. Natürlich habe er damals Angst gehabt, doch „ich hatte keine Wahl, es wäre viel gefährlicher für mich gewesen, nicht zu gehen“, erklärt Tanzid Ahmed und sein freundliches Gesicht wirkt auf einmal sehr ernst.
Der Zufall verschlug ihn schließlich nach Aachen, die Stadt, in der viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ankommen und ein neues Leben beginnen.
Dass das nicht immer leicht ist, zeigen Miriam Pucitta und Michael Chauvistré, die die Jugendlichen aber nicht nur filmen, sondern auch mit ihnen zusammen arbeiten. Die jungen Leute waren in die Ideenfindung mit einbezogen genauso wie beim Filmen und Schneiden des Materials. Tanzid Ahmed selbst hat auch schon hinter der Kamera gestanden, seine Erfahrung merkt man dem 21-Jährigen beim Dreh im Klosterstift Radermecher deutlich an. Völlig selbstsicher agiert er vor der Kamera, die heute ein anderer junger Mann, Mahmoud Ali, mit Hilfe von Michael Chauvistré führt. Tanzid Ahmed weiß genau, an welcher Stelle er stehen muss, wie er sich drehen muss, damit es später im Film gut aussieht. Ihm macht das Filmen sichtlich Freude, es sei ein schönes Hobby, sagt er. Seinen zukünftigen Beruf allerdings hat er in der Altenpflege gefunden. Nach seinem Schulabschluss und verschiedenen Praktika in Pflege- und Krankenhäusern stand für ihn fest, die einjährige Ausbildung zum Pflegehelfer zu beginnen. „Ich helfe gerne und ich spüre auch, dass die Bewohner dafür sehr dankbar sind“, sagt er und lächelt wieder.

MDK-Prüfung mit "sehr gut" absolviert!